Früher war ich ein begeisterter Skateboardfahrer und nahm mir so oft es ging Zeit mich auf meinem Brett durch die Stadt tragen zu lassen. Als die Skatehalle Wicked Woods in der Schwesterstraße 60a aufgemacht wurde, durfte ich natürlich nicht fehlen. Wir waren so vernarrt ins Skaten, dass wir oft, direkt nach der Schule, hoch zur Clause gefahren sind, um unserem damaligen Hobby Zeit zu widmen.
Im Sommer 2000 war ich öfter alleine in die Halle gefahren um an meinen Bordslides und 50-50‘s zu feilen, als mich eine im Nachhinein dumme Idee überkam. Lass doch mal die geile Halfpipe fahren, schoss es durch meinen Kopf. Also habe ich keine Zeit verloren um direkt dorthin begeben. Direkt nach dem esten Drop-in von der Coping merkte ich, dass es wie alles im Sport leichter aussieht, als es in Wahrheit ist. Die Fahrten gingen, runter, hoch, auf die Schnauze. Nach mehreren Stürzen, sammelte ich noch einmal all meine Konzentration um endlich den Druchbruch von mindestens zwei locker gefahrenen pushes zu schaffen. Es ging wieder runter vom Table, rauf, runter, rau … in die Horizontale. Aber nicht genug damit, dass ich unglücklich gestürzt bin und mein Knöchel sofort schmerzte wie nach dem Überrollen mit einem 80-Tonner, war mein Board unauffindbar. War da nicht eben so ein klingen und splittern gehören zu wesen bevor du deinem Fuß den Rest gegeben hast ? Ohh jaa, das war es. Dein Board ist rechts über die Pipe gefitscht, versuchte ich mich zu erinnern. Während ich mich aufrappelte und in die vermutete Richtung sah, bemerkte ich, dass dort wo ich mein Brett vermutete ein Fenster war. God damn. Wo ist mein Board ? Und warum schmerzt der Fuß eigentlich so? Es war Zeit sich um einen Besen für die Bahn zu kümmern, die mit Splittern überseht war und auf die Suche nach meinem Rollbrett sollte ich mich auch begeben. Der herbeigerufene Hausmeister war wenig begeistert über die Extraarbeit die ich Ihm gemacht hatte und kommentierte den Vorfall nur mit. „Kannst direkt mal deine Personalien hier lassen. Die Scheibe bezahlst du uns.” Ich war wenig beeindruckt, da bei einem Skatepark mit Eintritt, ja sicherlich auch eine geringe Summe des Preises auf eine Versicherung verwendet wurde. Der damalige Geschäftsführer des Ladens war ebenfalls schlechter gelaunt, als Lottoannahmestellen nach Ladendiebstählen und wollte mir mal richtig Dampf machen. Die Angelegenheit relativierte sich ganz schnell, als ich vorgab der Sohn eines Anwalts (heute stimmt‘s fast, damals nicht) zu sein. Mister „Ich-bin-hier-der-absolute-Obermacker” -Geschäftsführer musste eingestehen, dass ja alles nicht so tragisch sei, ich aber die Kosten tragen müsste. Aber nicht mit Thommy! Ich erklärte Ihm, dass ich mir nebenbei noch schmerzen am Knöchel zugezogen hätte und das die Versicherung bestimmt gerne wüsste wo das passiert wäre. Wenn hier keine Versicherung abgeführt wird, würde Ihn das bestimmt zehn mal teuerer kommen , als eine Fensterscheibe. Das sah er zähneknirschend ein und war froh, als ich sein Büro verließ ohne irgendeine Personalangabe. Jetzt wurde es aber langsam mal Zeit mich auf die Suche nach meinem Board zu machen, da das ja immer noch irgendwo auf dem Gelände verschimmelte. Ich verließ die Halle, bog um die Ecke und fand mein Brett mit ein paar Scherben direkt vor mir liegen. Erst auf den zweiten Blick sah ich, dass dieses Geschoss keine zwei Meter von einem Porsche Carrera eingeschlagen war. Glück im Unglück. Aber die Versicherung von Wicked Woods hätte bestimmt alles bezahlt. *Muhaha* Der weiter Rückweg wurde mit meinem Fuß zu einer puren Qual und ich brauchte fast 2 Stunden nach hause, da an mit dem Brett fahren nicht zu denken war. Die enorme Schwellung klung nach vielem Kühlen wieder ab und weiter konnte das Skaten gehen.
So long.









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