*Weihnachtscontent*
Letztes Jahr war ich genau wie jedes Jahr äußerst pünktlich fertig mit meinen Weihnachtseinkäufen. Um es zu konkretisieren, muss ich zugeben, dass ich einer der Menschen bin, die dem Einzelhandel einen weiteren Verkauf, Abends am 23.12.xx einheimsen. Da ich basteln verabscheue und mich auch zu alt dafür fühle greife ich gerne auf die geballte weihnachtliche Produktpalette zurück. Mein Dad liest ja unheimlich gerne und viel, was liegt da näher, als Ihm den spannendsten Roman, den es zur Weihnachtszeit gibt, zu schenken.
So geschehen letztes Jahr. Allerdings sollte dieses Geschenk eine lange Reise machen. Ich kaufte also in aller Eile meine letzten Geschenke an diesem Samstag im Jahr 2006 ein um mich danach noch zu Freund Immen zu begeben. Nach längerer Gammelei beschloss ich zwecks Faulheit mit dem Bus nach Hause zu fahren. Kopfhörer im Ohr, Tüte mit dem Buch in der Hand. Während der Fahrt musste ich immer wieder gegen meine Müdigkeit kämpfen und war froh irgendwann an der Haltestelle „Unterbarmen Friedhof” angekommen zu sein. Nichts wie raus hier und ab durch die Mitte, schnell nach Hause. Kopfhörer im Ohr, Tüte in der … Scheiße. Also natürlich nicht in der Scheiße, aber im Bus. Da fuhr mein Geschenk und meine letzte Möglichkeit am Heiligenabend nicht mit leeren Händen da zu stehen.
Was soll man machen? Schnell zur Tanke und dort ein adäquaten Ersatz besorgen? Was soll das? Adäquat, Ersatz und das Wort Tanke ergeben irgendwie wenig Sinn an Weihnachten. Also los ab nach Hause, dem Bus nicht lange nachgesehen und einen Anruf bei der WSW (Wuppertaler Stadtwerke) getätigt. Ich wurde in eines der Busdepots durchgestellt nachdem ich die weihnachtliche Dringlichkeit klargestellt hatte.
I: „Guten Tag, ja ich hab da im Bus was vergessen?”
W: „Ja hier is nen Schirm abgegeben worden.”
I: „Na Pustekuchen, Schirm. Ich vermisse ne Tüte mit nem Weihnachtsgeschenk.”
W: „Ahh ha. In welcher Linie haben Sie die denn vergessen?”
I: „Ja, 628 war das die müsste noch auf dem Weg zu Ihnen sein.”
W: „Die kommt gleich rein. Ich funk den Fahrer mal an. Vielleicht haben Sie Glück.”
…
W: „Ja die wurde beim Fahrer abgegeben.”
I: „Super, wo ist das Depot und kann ich das jetzt gleich noch holen?”
W: „Klar ich bin die ganze Nacht hier. Ich bin hier am $Arsch-der-Welt$.”
I: „Super ich bin in ca. ner Stunde da.”
W: „Gut bis gleich.”
Glück muss man haben. Hätte sich ja gut einer als extra Geschenk unter den Nagel reißen können, in dem Glauben er sei vom Busfahrer bewichtelt worden. Also ab zum Depot und vorher noch zur Tanke 2 Piccolos gekauft. Dort habe ich die dann dem Depotleiter und dem Fahrer in die Hand gedrückt im Tausch gegen meine Tüte und Weihnachten 2006 war gerettet. So was stresst einen ungemein kann ich nur sagen, so kurz vor Weihnachten. Gelernt habe ich daraus wenig bis überhaupt nicht, denn ich werde dieses, wie jedes, Jahr wieder sau spät dran sein mit meinen Geschenken.









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