Was man nicht alles für sie tut. Ich mein jetzt die Frauen. Also ich hab schon ne ganze Menge an Aktionen hinter mir, die ich ohne die Absicht jemanden zu beeindrucken oder rumzukriegen zu wollen, nie getan hätte.
So z. B. war ich Messdiener. Ja genau, so einer, der im rot/weißen oder schwarz/weißen Gewand in der Kirche umher rennt und dem Pfarrer die Hostien an den Altar bringt. Ich schreib jetzt absichtlich nichts von Glockenleuten, sonst versteht das hier die Hälfte wieder falsch. Und ja, ein wirklicher Hammer in Punkto Frauen anbaggern. “Na, Kleine? Willste mal sehen wie ich dem Pfarrer Wein eingieße?”.
Aber warum hab ich das gemacht? Anfangs war es diese „Och das mach ich mal” Mentalität und später wurde es die „hoffentlich mach ich’s bald der Tanja” Mentalität. Aber bei Tanja hatte ich nie eine Chance. Warum? Ich passte nicht ganz in das Bild eines Musterschülers und vorzeige Schwiegersohns. Ihre Eltern waren sehr aktiv in der Kirche und was über mich so nach der Messe erzählt wurde, gehörte garantiert nicht in die Kategorie schwiegersohntauglich. Irgendwie hatte ich ein Badboyimage bekommen und konnte machen was ich wollte, es blieb. Auf jeden Fall war damit der Abschnitt Messdienerei gegessen. So ganz ließ mich die Kirche allerdings nicht aus Ihrem Bann. Ich traf mich regelmäßig mit Freund Lukas im Jugendzentrum der Kirche und missbrauchte den Pooltisch, als weibliches Baggerloch. Dieser Pooltisch war wie ein Wasserloch in der Savanne. Nicht immer was los, aber wenn Trockenzeit ist, immer voll. Viele Singels, viel Billard. Einfache Rechnung. Und so verzog ich mich mit Lukas immer wieder in den Jugendtreff um mit wohl erzogenen, nie über die Stränge schlagenden Jugendlichen, wie “Erwachsenen” Billard und andere Spiele zu spielen.
Die Krönung des ganzen fand an einem Samstag Abend statt. Das Jugendzentrum veranstaltete eine Party und ich war natürlich eingeladen – wie jeder Andere auch. Natürlich verzichtete man auf den Ausschank alkoholhaltiger Getränke, was mich und Lukas des Öfteren an das nahe gelegene Wupperufer trieb. So viel zum Image. Tanja war auch da und ich witterte eine Chance, aber das war leider nur eine Witterung und nicht mehr. Trotzdem sollte der Abend viel versprechend werden, denn Tatjana war irgendwie anders als sonst. Hmmm, Tanja – Tatjana, dass klingt doch schon mal recht gleich. Vielleicht sind die ja auch gleich. Waren sie nicht. Tatjana belegt heute noch als schlechteste Küsserin in my hole life Platz 1. Vielleicht war es nur der Alkohol, der bewirkte, dass sie so schlecht küsste oder ich es als so übel empfand. Kein Plan.
Aber jung fool Thomas war begabt. Viel zu begabt, sich in unpassende Hobbybeschäftigungen – wegen Frauen – zu flüchten. So fand ich mich im zarten Alter von 14 in einem Hobbychor wieder, in dem die weibliche Auswahl grandios war. Tja wer die Wahl hat, hat die Qual und gequält waren wohl auch die armen gestalten in diesem Chor. Jedes Mal wenn ich den Mund öffnete um meiner Gesangsstimme Gehör zu verleihen, müssen noch 3 Blocks weiter alle Katzen gejault haben. Trotz meiner singstimmlichen Probleme, verliebte Ich mich unsterblich in eine 16 jährige Schönheit deren Name in meinen Ohren wie Mozart klang – Natascha.
Eine in Wuppertal geborene Weißrussin mit einem Körper schöner als jede weibliche Büste und einer engelsgleichen Stimme. Ich schaffte es mich in Ihrer Clique zu etablieren und war der kleine freche Junge, der immer zu jeder Tat bereit war. Leider habe ich es nie zu mehr gebracht. Sie verliebte sich irgendwann unsterblich in einen 21 Jährigen voll Prolet, der sich fragwürdig um sie kümmerte. Der Kontakt brach ab. Keine Singerei mehr. Heute, meine ich die Welt noch an manchem Tag leise, danke sagen hören zu können.
Freunde kamen und gingen wieder. Neue Freundeskreise wurden geboren, um direkt wieder zu sterben und der Gehlerkreis schlug dem Fass den Boden aus. Gehler, Immen, Ilkai und Ko waren alle samt Gammler. Fragte man uns was wir am besten können wäre die beste Antwort Tony Hawk Skateboarding auf der PS1, saufen und kiffen gewesen. Daraus bestand ein Hauptteil unserer vor-/nachmittäglichen Beschäftigungen. Ilkai und ich hatten da wen kennen gelernt, also eigentlich mehr Ilkai als ich, allerdings wollte ich sie, aber er auch. *schiat* Man traf sich des Öfteren mal zu dritt mal zu zweit, quasselte und quarzte den ganzen Tag.
Wir zwei “Männer” baggerten was das Zeug hält und ich denke ein Braunkohlebagger wäre stolz auf uns gewesen. Unschön waren allerdings die Folgen dieser komischen Dreierbeziehung zwischen Ilkai, Katja und mir. Keiner von uns bumste den Anderen, allerdings hätte keiner von uns etwas gegen eine Nummer gehabt. Also von der Konstellation Ikai und ich mal abgesehen. Eine Wanderung mit Übernachtung im Naturschutzgebiet brachte den Kollaps dieser Konstellation. Ilkai baggert, ich baggert und der Rest war genervt. Katja sogar so sehr, dass sie mitten in der Nacht das Zelt verließ um draußen zu schlafe. Fasst hätten wir beiden Hähne im Korb uns noch richtig vermöbelt und so kann ich heute stolz sagen, dass dies mein beschissenster Ausflug ever war. Good Fight, good Night.
Tja – Habe ich daraus gelernt? Sicher das! Heute spiele ich Fußball und Poker. Da können meine Hormone chillen, denn da gibt es nur selten Frauen. So verabschieden sich für Heute meine absolut gechillten Hormone von Euch mit der Bitte: Mehr attraktive Frauen auf den Platz und an den Pokertisch!
So long.









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